Für diese Bachfest-Höhepunkte gibt es noch Karten – oder Sie brauchen keine (2024)

Leipzig. Am Freitag begann das Leipziger Bachfest – und es feiert ein Jubiläum. Denn vor 25 Jahren fand zwischen Thomaskirche und Gewandhaus das erste Bachfest der Stadt Leipzig statt. Die aktuelle Ausgabe würdigt in über 160 Konzerten und anderen Veranstaltungen unter dem Motto „Choral total!“ unter anderem den 300. Geburtstag von Johann Sebastian Bachs Choralkantatenjahrgang, bietet aber abseits davon wirklich für jeden etwas. Vieles ist bereits ausverkauft. Aber an jedem der zehn Festivaltage gibt es noch Höhepunkte, für die Karten zu haben sind. Oder der Eintritt frei ist. Hier sind also Korfmachers Bachfest-Tipps:

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Montag, 10. Juni – Thomaskirche und Oper Leipzig

Für diese Bachfest-Höhepunkte gibt es noch Karten – oder Sie brauchen keine (1)

Das Gemeinhaus Lewis David de Schweinitz in Bethlehem/Pennsylvania.

Quelle: Wikipedia

Von allen Bachchören beim diesjährigen Bachfest ist der Bach Choir of Bethlehem, Pennsylvania, mit dem größten Tross unterwegs: rund 150 Personen begleiten die gut 90 Sängerinnen und Sänger aus der überseeischen Herrnhuter-Ausgründung an die Pleiße. Hier singen die, begleitet von einer Rumpfbesetzung des eigenen sowie vom Mendelssohn Kammerorchester, die Choralkantaten „Herr Christ, der einge Gottessohn“, „Wo soll ich fliehen hin“ und „Schmücke dich, o liebe Seele“.

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17 Uhr, Thomaskirche: Choralkantaten 7; Solisten, The Bach Festival Choir of Bethlehem, Mendelssohn Kammerorchester Leipzig, Christopher Jackson; Karten (30/25 Euro)

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Endlich mal wieder mit einer Bachfestproduktion beim Bachfest vertreten: die Oper Leipzig am Augustusplatz.

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

„Die Oper die Bach nie geschrieben hat“, verspricht uns „Die Apokalypse“ in der Oper Leipzig am Montag (und Dienstag). Thomas Höft schrieb ein Libretto, P. Iliopoulos kompilierte Musik aller Gattungen von Johann Sebastian Bach, die er zum Teil auch sehr kleinteilig zu etwas neuem verband. In der Regie Serge van Veggels wird daraus mit zahlreichen Solistinnen und Solisten und begleitet von der Nederlandse Bachvereniging der überzeugende Beweis dafür, dass Bach natürlich, hätte er gewollt, auch Oper gekonnt hätte. Und auch das Sujet hätte ihn wahrscheinlich gereizt: Es geht um die blutrünstige Geschichte der Wiedertäufer in Münster.

20 Uhr, Oper: J.S. Bach – Die Apokalypse; Serge van Veddel (Regie), Herbert Janse (Bühne), Solisten, Nederlandse Bachvereniging, Hernán Schvartzman, Karten (20–95 Euro)

Dienstag, 11. Juni – Orgeltöne von Bach

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Thomasorganist Johannes Lang

Quelle: André Kempner

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Der III. Teil seiner „Clavier-Übung“ ist eines der Hauptwerke im gewaltigen Orgelschaffen Johann Sebastian Bachs. Es handelt sich dabei um eine umfangreiche Sammlung mit liturgischer Orgelmusik: Gerahmt von Präludium und Fuge Es-Dur zeigt Bach mit zahlreichen Choralbearbeitungen, wie vielseitig er mit Chorälen umzugehen verstand. Doch auch andere verstanden diese Kunst. Und so mischt Thomasorganist Johannes Lang in seinem Konzert zum Bachfest Bachs Choralbearbeitungen mit solchen von Max Reger, Johann Ludwig Krebs oder Georg Böhm.

20 Uhr, Thomaskirche: Clavier-Übung III in anderem Gewand, Thomasorganist Johannes Lang, Karten (20/15 Euro)

Mittwoch, 12. Juni – „In C“ von Terry Riley im Leipziger Gewandhaus

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Ton Koopman dirigiert in der Thomaskirche.

Quelle: Christian Modla

Natürlich bleibt Ton Koopman, der Präsident des Leipziger Bach-Archivs, nicht am Spielfeldrand stehen, wenn Bachs Choralkantaten in Gänze zur Aufführung anstehen. Mit gleich zwei Konzerten bringen er und seine großartigen Amsterdamer Ensembles sich bei „Choral total!“ ein. Im diesem, für das es noch einige wenige Restkarten gibt, präsentiert er die Choralkantaten „Ach Gott, wie manches Herzeleid“, „Was mein Gott will, das gscheh allzeit“, „Wär Gott nicht mit uns diese Zeit“ und „In allen meinen Taten“.

20 Uhr Nikolaikirche: Choralkantaten 13; Solisten, Amsterdam Baroque Orchestra & Choir, Ton Koopman; Restkarten (20–95 Euro)

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Der Pianist, Komponist und Dirigent Steffen Schleiermacher. Er wird im Gewandhaus zu Leipzig auftreten.

Quelle: André Kempner

Terry Rileys „In C“ von 1964 ist auch mit großen dramaturgischem Aufwand kaum mit dem diesjährigen Bachfest-Motto in Einklang zu bringen. Aber dieses Urereignis musikalischer Freiheit, das einer beliebigen Gruppe von Musikerinnen und Musikern zur beliebig häufigen Wiederholung sehr klar formulierte Floskeln, Gesten, Phrasen, Patterns zur Hand gibt, ist so faszinierend mit seinem oszillierenden Sog, dass dies überhaupt nicht schadet.

20 Uhr, Gewandhaus: „... spiel es noch einmal“; Ensemble Avantgarde, Steffen Schleiermacher, (Restkarten 14 Euro)

Donnerstag 13. Juni – Von Kuala Lumpur nach Leipzig

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Aus Kuala Lumpur reisen die Malaysia Bach Festival Singers nebst Orchestra zum Bachfest an. Sie gehören zu den Ensembles mit der weitesten Anreise.

Quelle: Michael Juhran

Die Malaysia Bach Festival Singers and Orchestra gehören sicher zu den Ensembles, die die weiteste Anreise in Kauf nahmen um bei „Choral total!“ mitsingen und -spielen zu können. In die Thomaskirche bringen sie neben der Motette „Komm, Jesu komm“ folgende Kantaten Johann Sebastian Bachs mit: „Ich hab in Gottes Herz und Sinn“, „O Jesu Christ, meins Lebens Licht“, „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“.

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11.30 Uhr, Thomaskirche: Choralkantaten 14, Solisten, Malaysia Bach Festival Singers and Orchestra, David Chin; Karten (30/25 Euro)

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Der Wiener Tenor Daniel Johannsen

Quelle: Anette Friedel

Wie Bachs Kirchenmusik verhandeln auch die Lieder Franz Schuberts letzte Fragen des menschlichen Daseins. Aus dieser Erkenntnis entwickelten der Tenor Daniel Johannsen und Bachfest-Intendant Michael Maul offenbar unabhängig voneinander die Idee, beide ineinander zu verschränken. Das Ergebnis heißt „Auf Winterreise von Wien nach Leipzig“ und ist eine der aufregendsten Programmideen des an aufregenden Programmideen so reichen Bachfestes.

17 Uhr, Reformierte Kirche: Auf Winterreise von Wien nach Leipzig; Daniel Johannsen (Tenor), Atalante Quartett u.a.; Restkarten (20–52 Euro)

Freitag, 14. Juni – Paulinum und Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig

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Alfred Brendel sieht in ihm seinen Erben: der Pianist Kit Armstrong.

Quelle: Irene Zandel

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Dieses „Virtuosen-Feuerwerk“ hat tatsächlich nichts mit „Choral total!“ zu tun. Die Konzerte für Cembalo und Orchester und übrigen Orchesterwerke, die der fabelhafte Brendel-Schüler Kit Armstrong aus den Staaten gemeinsam mit der Akademie für alte Musik aus Berlin auf sein Bachfest-Programm gesetzt hat, erinnern vielmehr mit Nachdruck daran, dass Johann Sebastian Bach auch auf dem Feld der weltlichen Musik Unerreichtes hinterlassen hast. Und berauschend Virtuoses.

17 Uhr, Paulinum: Virtuosen-Feuerwerk; Kit Armstrong, Akademie für Alte Musik Berlin, Bernhard Forck

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Im Zimelien-Saal des Musikinstrumentenmuseums der Universität Leipzig im Grassi eröffnet die Fachrichtung Alte Musik an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ mit Francesco Cavallis „La Calisto“ ihr Alte Musik Fest 2024.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Die Studentinnen und Studenten der Fachrichtung Alte Musik der Leipziger Musik-Hochschule beginnen ihr Alte Musik Fest in diesem Jahr mit der Gattung, die Johann Sebastian Bach aussparte: Oper. Für die aktuelle szenische Produktion zum Bachfest sah sich die Regisseurin Marie Nandico in deren Kinderstube um und stieß auf Francesco Cavallis herrliche „La Calisto“, 1640 komponiert und einen Stoff verhandelnd, der in den herrlichen Metamorphosen Ovids überliefert ist: Jupiter verführt die Nymphe, seine eifersüchtige Frau verwandelt sie in einen Bären, der Obergott versetzt sie in die Unendlichkeit des Himmels ...

19.30, Musikinstrumentenmuseum: Alte Musik Fest; Studentinnen und Studenten der Fachrichtung Alte Musik der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig; Restkarten (6–15 Euro)

Samstag, 15 Juni – Solokantaten und Choräle

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Reinhard Goebel dirigiert das Neue Bachische Collegium Musicum Leipzig.

Quelle: André Kempner

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Das aus Mitgliedern des Gewandhausorchesters gebildete Neue Bachische Collegium Musicum unter der Leitung Reinhard Goebels und die Sopranistin Elisabeth Breuer präsentieren im Paulinum Kantaten, die ohne Chor auskommen und ganz auf die Kraft und Schönheit, den Glanz und die Virtuosität, die Ausdruckskraft und Wandelbarkeit der hohen Frauenstimme setzen. Sie stammen natürlich aus der Feder Johann Sebastian Bachs, doch auch Werke der Kollegen Sommer, Fischer und Schelle sind vertreten.

12 Uhr, Paulinum: Solokantaten für Sopran; Elisabeth Breuer, Neues Bachisches Collegium Musicum, Reinhard Goebel; Restkarten (20– 65 Euro)

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Hans-Christoph Rademann dirigiert in der Leipziger Nikolaikirche seine Gaechinger Cantorey.

Quelle: Christian Modla

Die Romantik erst legte die Basis für die heutige Bach-Pflege, daran kann gar nicht oft genug erinnert werden. Und ohne die kompositorischen, editorischen, organisatorischen und aufführungspraktischen Großtaten von Mendelssohn und – weit weniger bekannt – Brahms würden wir heute gewiss kein Bachfest feiern können. Diesen Umstand würdigen Hans-Christoph Rademann, seine Gaechinger Cantorey und das Freiburger Barockorchester in der Thomaskirche. Sie musizieren Geistliche Musik in der Bachnachfolge und Bach-Einrichtungen aus der Feder von Johannes Brahms: die Kantaten „Ich hatte viel Bekümmernis“ und „Christ lag in Todesbanden“.

20 Uhr, Thomaskirche: Fokus Choral; Solisten Gaechinger Cantorey, Freiburger Barockorchester, Hans-Christoph Rademann; Restkarten (20–105 Euro)

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Sonntag, 16. Juni – Kupfersaal im Leipziger Zentrum

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Der Cembalist Kristian Bezuidenhout.

Quelle: Marco Borggreve/Bachfest

Sie waren nicht sehr beständig, denn die Fürsten betrieben ihre private Kulturpolitik notgedrungen nach Kassenlage. Aber immer wieder flackerte zu Lebzeiten Bachs an einem der ungezählten kleinen und auch großen Höfe Deutschlands ein strahlend helles Licht auf. Das Freiburger Barockorchester macht Stichproben in Zerbst, wo Johann Friedrich Fasch wirkte, in Berlin, Wo Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel Bach den großen Friedrich erfreute, nach Dresden, wo Johann David Heinichen wirkte, und schließlich nach Köthen, wo Johann Sebastian Bach das Orchester leitete. Von allen vieren stehen virtuose Instrumentalkonzerte auf dem Programm. Solist am Cembalo ist Kristian Bezuidenhout.

15 Uhr, Kupfersaal: Virtuosen-Feuerwerk II; Kristian Bezuidenhout (Cembalo), Freiburger Barockorchester, Éva Borhi; Restkarten (20–65 Euro)

Info: Karten und Infos gibt es an den jeweiligen Tages- und Abendkassen, im Bach-Pavillon in der Petersstraße oder auf www.bachfestleipzig.de

LVZ

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Job: Corporate Healthcare Strategist

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